Machbarkeitsstudie Neues Mobilitätspanel – Konzeption einer neuen Erhebung
- Ansprechperson:
Prof. Dr.-Ing. Martin Kagerbauer
Anne-Kathrin Lorenz, M.Sc.
Stefanie Kern, Dipl.-Wirtsch.-Math. - Förderung:
Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
- Projektbeteiligte:
Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU)
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH)
Kantar GmbH - Beginn:
2026
- Ende:
2027
Problemstellung
Verlässliche und aktuelle Daten zum Mobilitätsverhalten sind eine zentrale Grundlage für politische Entscheidungen, Planung und Forschung. Angesichts dynamischer Entwicklungen wie neuer Tarifangebote, zum Beispiel durch das Deutschlandticket, erhöht sich der Bedarf an zeitnahen Informationen. Darüber hinaus wächst die Nachfrage nach regional stärker differenzierten Daten. Die bestehenden Bausteine der Verkehrsstatistik in Deutschland liefern zwar umfassende Daten, die Erhebungen erfolgen jedoch nur in größeren, unregelmäßigen Abständen und bilden kurzfristige Veränderungen unzureichend ab. Erschwerend kommt hinzu, dass die etablierte Erhebung „Deutsches Mobilitätspanel“ (MOP) eingestellt wurde. Es besteht somit eine Lücke in der kontinuierlichen Beobachtung individueller Verhaltensänderungen im Längsschnitt. Dies erschwert ein vertieftes Verständnis von Mobilitätsdynamiken und die fundierte Bewertung politischer Maßnahmen. Es besteht daher ein Bedarf an einem neuen, modernen Erhebungskonzept, dass die Vorteile innovativer und digitaler Ansätze nutzt und dessen Ergebnisse sich effizient in das bestehende statistische Ökosystem integrieren lassen.
Projektziel
Das Gesamtziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines tragfähigen Konzepts für ein neues Mobilitätspanel im Rahmen des modularen Systems „Mobilität in Deutschland PLUS“ (MiD+). Das Panel soll eine Grundlage schaffen, um das Mobilitätsverhalten der deutschen Wohnbevölkerung kontinuierlich, unterjährig und im Längsschnitt zu erfassen. Ein Kernaspekt ist die Generierung jährlicher Eckwerte der Alltagsmobilität (wie Modal Split und Verkehrsleistung) für die Wohnbevölkerung Deutschlands. Dabei soll das zu entwickelnde Konzept methodisch fundiert, ökonomisch effizient und datenschutzrechtlich sicher gestaltet sein. Ziel ist es, ein Instrument zu schaffen, das intrapersonelle Verhaltensänderungen sichtbar macht und aktuelle Trends zeitnah erfasst. Ein besonderer Fokus liegt darauf, die Belastung der Teilnehmenden zu reduzieren und zugleich die Voraussetzungen zu schaffen, neue Fragestellungen oder methodische Weiterentwicklungen zu integrieren, ohne die langfristige Vergleichbarkeit der Daten zu beeinträchtigen.
Methode
Das Konzept wird interdisziplinär federführend durch das KIT, die BTU, die RWTH und Kantar entwickelt. Die Methodik des Projekts folgt einem mehrstufigen, strukturierten Vorgehen entlang vier zentraler Fokusthemen: Konzipierungsrahmen, Erhebungskonzept, Feldarbeit sowie Datenaufbereitung mit Datenschutz. Dabei orientiert sich der Ansatz an der Szenariotechnik, um aus einer Vielzahl von Erhebungsdimensionen, wie Stichprobenziehung und Erfassungsmethode, konsistente und zukunftsfähige Modellvarianten abzuleiten. Ein weiterer wesentlicher Schritt der Methodik ist die empirische Phase, die einen Pretest zur Untersuchung der Teilnahmemotivation und der Eignung von Tracking-Methoden (z. B. GPS) umfasst. Ergänzend fließt das Wissen von Expertinnen und Experten aus Interviews und Workshops ein, um Überlegungen zum Studiendesign und zur wissenschaftlichen Qualität zu validieren. Abschließend werden auf dieser Grundlage fundierte Empfehlungen und ein Umsetzungsfahrplan für das zukünftige Panel abgeleitet.