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MOIA Begleitforschung

MOIA
MOIA in Hamburg
MOIA
Flottenkopplung
Problemstellung

Neue Mobilitätsdienste sind in den Verkehrswissenschaften eines der wichtigsten Forschungs- und Entwicklungsthemen der letzten Jahre. Durch Entwicklungen im Bereich IKT sowie zunehmenden Smartphonebesitz entstanden in den letzten Jahren viele neue Geschäftsmodelle und die Anzahl der Anbieter, die Kunden flexible und bedarfsgerechte Dienste anbieten, nimmt stetig zu. Einer dieser Dienste ist Ridepooling; beim Ridepooling werden zeitlich und räumlich übereinstimmende Fahrtwünschen gebündelt. Kund:innen nehmen dafür geringe Umwege oder Zwischenstopps in Kauf, profitieren aber von geringen Preisen als z.B. beim Taxi. Aufgrund der Neuheit dieser Verkehrsform ist jedoch bisher nicht ausreichend erforscht, wer die Nutzer:innen dieses Dienstes sind, welche Rolle Ridepooling im Alltag einnehmen kann und wie sich die individuelle Mobilität verändert. Auch die gesamtheitlichen Einflüsse auf ein städtisches Verkehrssystem sind bisher unerforscht; mitunter, da Ridepooling-Dienste aktuell häufig unter der sogenannten „Experimentierklausel“ des PBefG zugelassen sind.

Projektziel

Ziel dieses Projektes ist in Zusammenarbeit mit der TU München die konkreten Auswirkungen von Ridepooling auf ein städtisches Verkehrssystem am Beispiel MOIA in Hamburg zu erforschen. MOIA ist eine Tochtergesellschaft des Volkswagen Konzerns und betreibt derzeit ca. 500 batterieelektrische Fahrzeuge in Hamburg und Hannover und damit die größte zusammenhängende Ridepooling-Flotte in Europa. Die Untersuchung eines etablierten Service bietet große Potentiale, da echte Nutzer:innen zu ihrem Alltag befragt werden können und die Rahmenbedingungen nicht wie in anderen Studien stark durch Testbetrieb-Charakter eingeschränkt sind. Somit können die Auswirkungen auf individueller als auch auf kollektiver Ebene abgebildet werden. In Zusammenarbeit mit den Hamburger Behörden werden auch Effekte möglicher kommunaler Reglementierungen berücksichtigt. Somit soll am Ende des Projektes Klarheit darüber herrschen, welche Rolle Ridepooling zukünftig im Zuge der Verkehrswende einnehmen kann.

Methode

Zur Untersuchung der Nutzer:innen wird ein Mixed Method Ansatz genutzt, der qualitative und quantitative Forschungsmethoden vereint. In der 1. Projektphase konzipierte das IfV eine Online-Erhebung für Nutzer:innen (deutschlandweit) und Nicht-Nutzer:innen (Raum Hamburg) von MOIA, welche mit über 12.000 Teilnehmer:innen erfolgreich durchgeführt wurde. Mit diesen Ergebnissen können Soziodemographie und das Mobilitätsverhalten bisheriger Nutzer:innen mit Nicht-Nutzer:innen verglichen werden. Detailfragen zur letzten MOIA-Fahrt gewähren Einblicke in die Nutzungsmuster der Kund:innen. Zudem enthielt die Befragung ein Choice Experiment zur Analyse von Preis- und Fahrzeitsensitivitäten bei neuen Mobilitätsdiensten (u.a. MOIA, E-Scooter, Bike- und Carsharing). Diese Erkenntnisse wurden durch Nutzer:innen-Interviews mit Kund:innen über 55 Jahren, MOIA-Vielfahrer:innen und Kund:innen, die außerhalb Hamburgs wohnen, ergänzt.

Der Aufbau eines mikroskopischen (agentenbasierten) Verkehrsnachfragemodells für die Region Hamburg bildet das Herzstück dieses Projektes. Um die MOIA-Flotte detailliert abbilden zu können, wird mobiTopp mit der Flottensimulation der TU München gekoppelt. So werden die Entscheidungsparameter bei der Verkehrsmittelwahl in Echtzeit ausgetauscht und berücksichtigen den tatsächlichen Zustand der Flotte. Entscheidet sich ein Agent in mobiTopp für die Fahrt mit MOIA wird die Buchung an die Flottensimulation zurückgegeben und das passendste Fahrzeug hierfür ausgewählt. Zunächst wird der Status Quo in Hamburg abgebildet und anschließend eine Simulationsstudie mit mehreren Szenarien durchgeführt.