Institut für Verkehrswesen
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regiomove

  • Ansprechpartner:

    Dr.-Ing. Martin Kagerbauer
    Tim Wörle, M. Sc.

  • Förderung:

    Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE),

    Land Baden-Württemberg

  • Partner:

    Karlsruher Verkehrsverbund (KVV)

    Forschungszentrum Informatik (FZI)

    Hochschule Karlsruhe (HSKA)

    Regionalverband Mittlerer Oberrhein

    Landratsamt Rastatt

    Stadt Karlsruhe

    init

    PTV Group

    stadtmobil Karlsruhe

    raumobil

  • Beginn:

    2017

  • Ende:

    2021

(Copyright: netzwerkarchitekten / unit-design)
Problemstellung

Seit zwei Jahrzehnten trägt der Verkehrssektor in unverändert hohem Maße zu den globalen klimawirksamen Emissionen und zu den lokalen Luftschadstoffemissionen bei. Im Alltagsverkehr betrifft dies vor allem den motorisierten Individualverkehr. Ein Beitrag zur Reduktion des motorisierten Individualverkehrs kann durch eine Verlagerung von (Teil-) Fahrten auf verträglichere Verkehrsmittel geleistet werden. Ziel ist es vor allem, die Gesamtkilometer der mit dem privaten Pkw zurückgelegten Wege und dessen Anteil am Modal Split zu reduzieren. Im Allgemeinen gerät hier der Umweltverbund, bestehend aus Fahrrad, Fuß und öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), in den Fokus. Fahrrad und Fußverkehr spielen vor allem für die Stadtbevölkerung und den umliegenden Stadtgürtel eine Rolle. Der ÖPNV hingegen sollte das Rückgrat für längere Wege von und in das Umland bilden. Dieser kann aber seine positive Wirkung nur bei einer hohen Auslastung entfalten, sodass eine gewisse Mindestnachfrage essenziell ist und gerade Räume mit geringer Bevölkerungsdichte und dispersen Siedlungsstrukturen eine effiziente ÖPNV-Erschließung erschweren. In diesen Fällen kann ein intermodales Verkehrsangebot die Reichweite des ÖPNV erweitern, indem es geeignete und komfortable Zu- und Abgänge zu den Haltestellen ermöglicht. Gleichzeitig schließen Car- und Bikesharingangebote weitere Lücken im Mobilitätsbedürfnis der Bevölkerung.

Projektziel

Das Projekt regiomove schafft die organisatorischen, technischen und infrastrukturellen Grundlagen für den Aufbau und den zukünftigen Betrieb eines multi-/ und intermodalen Mobilitätsverbundes für alle Bürger:innen der Technologieregion Karlsruhe (TRK). Im ersten Teilprojekt „Pakt“ werden planerische und organisatorische Rahmenbedingungen sowie Voraussetzungen zur Regelung der Zusammenarbeit aller Projektpartner (und ggf. weiterer Dienstleister) geschaffen. Hierdurch werden die Grundlagen für die Entstehung eines flexiblen Mobilitätsverbundes gelegt. Das zweite Teilprojekt „Provider“ betrachtet die technischen Herausforderungen zur Bereitstellung eines übergreifenden Auskunfts- und Informationssystems für alle öffentlichen Verkehrsmittel. Dabei werden die informationstechnischen Grundlagen sowie die Kundenschnittstellen bereitgestellt. Im dritten Teilprojekt „Port“ werden schließlich Konzepte für multifunktionale Mobilitätspunkte entwickelt, deren mögliche Standorte in der gesamten Region ermittelt und entsprechende Ports in der Wettbewerbsregion prototypisch realisiert werden. Die Mobilitätspunkte (Ports) verbessern die Mobilität innerhalb der Zentren der Region und verknüpfen die Orte untereinander. Zusätzliche Dienstleistungsangebote, die an den Ports vereinfacht genutzt werden können, erhöhen hierbei die Attraktivität und Lebensqualität außerhalb der Städte und in der Randzone des Verdichtungsraumes.

Methode

Das KIT-IfV ist maßgeblich für die Modellierung des intermodalen Verkehrsverhaltens und der modellseitigen Bestimmung von Standorten und Dimensionierung der Ports verantwortlich. Um das Mobilitätsverhalten unter den Wirkungen von zukünftigen Rahmenbedingungen auf der Ebene der Einzelentschei­dungen widerspruchsfrei abbilden zu können und eine intermodale Verkehrsmittelwahl mit Nutzung dieser Ports zu ermöglichen, bietet sich eine mikrosko­pische Verkehrsverhaltensmodellierung an. Das mikroskopische Verkehrsnachfragemodell „mobiTopp“ simuliert das Mobilitätsverhalten einer Bevölkerung, wobei jeweils einer simulierten Person mit bestimmten soziodemografischen oder sozioökonomischen Eigenschaften ein Mobilitätsverhalten zugeordnet wird. Damit kann für jede Person ein in sich konsistentes Ver­halten abgebildet werden. Durch die Zuordnung eines Haushaltskontextes und der zusätzlichen Modellierung von privaten Fahrzeugen und Sharing-Fahrzeugen als weitere Agenten ist eine vollständige Beschreibung des Verkehrs der Einwohner:innen der Region möglich.

Ergebnis dieser mikroskopischen Nachfragesimulation ist die Verkehrsnachfrage für eine gesamte Woche in der Untersuchungsregion. In verschiedenen Szenarien werden Kombinationen von Ports, welche sich nach Standorten und verfügbaren Verkehrsmitteln unterscheiden, in das Modell integriert und über die generierte intermodale Nachfrage bewertet. Dadurch ist es möglich, jedes Verkehrsmittel in jeweils passendem Umfeld und zugehörigen Distanzen abzubilden, um so zu einer intelligenten und nachhaltigen Verkehrsmittelwahl beizutragen.