Institut für Verkehrswesen

Mobilitätsforschung (mobility solutions) für BMW-Group: Das Mobilitätsskelett

Die konventionelle Erfassung von Mobilität mithilfe eines Wegtagebuchs ist zeitaufwendig und hinsichtlich der Aussagemöglichkeiten begrenzt, da der Aufwand für den Befragten unverhältnismäßig groß wird. Auf Grundlage der Erkenntnisse zum Deutschen Mobilitätspanel (MOP) wurde ein Erhebungsansatz konzipiert und mehrfach im internationalen Kontext eingesetzt, z.B. in Berlin, San Francisco und Shanghai. Erfasst werden sowohl die relevanten Rahmenbedingungen der Mobilität als auch das Mobilitätsverhalten in einer typischen Alltagswoche in vereinfachter Form. Zudem sind noch umfassende Fragen zum intrapsychischen Bewertungsprozess bei der Verkehrsmittelwahl (Mobilitätspsychologie), zur Fernverkehrsmobilität (Tagesausflüge und längere Reisen) sowie der Technikaffinität von Personen enthalten. Das Mobilitätsskelett liefert damit eine umfassende Datengrundlage über die Mobilität von Menschen.

Dieser Ansatz wurde in Vorprojekten in Beauftragung durch BMW wie folgt eingesetzt und ermöglicht u.a. folgende Fragestellungen zu bearbeiten:

  • Marktanalysen und Vergleich von Mobilitätsbedingungen und Verhalten in unterschiedlichen Städten weltweit (u.a. auch Städtevergleich)
  • Analysen zum Mobilitätsverhalten, z.B. Multimodalität, Beschreibung der Rolle des Pkw,…
  • Definition von Pkw-Abhängigkeit (Wer besitzt einen Pkw und wer braucht einen Pkw?)
  • Detailanalysen zu Einstellungen zu Verkehrsmitteln und Motive der Pkw-Nutzung
  • Definition und Segmentierung unterschiedlicher Mobilitätstypen in unterschiedlichen kulturellen Kontexten auf Grundlage clusterbildender Verfahren
  • Identifikation von ODM-affinen Personenkreisen (On-Demand-Mobility)

Dieses Instrument wird in unterschiedlichen Beauftragungen stetig weiterentwickelt und adaptiert, um angepasst an unterschiedlichste Fragestellungen der Markt- und Mobilitätsforschung ein robustes Werkzeug zur einfachen und effizienten Messung der Mobilität und der diese Mobilität determinierenden Einflussgrößen zur Verfügung zu stellen.