Institut für Verkehrswesen

Verflechtungsstrecken zwischen Knotenpunkten an Autobahnen

Problemstellung

In Ballungsräumen mit dicht aufeinander folgenden Knotenpunkten sowie bei der Überlagerung zweier Autobahnen besteht häufig die Notwendigkeit, lange Verflechtungsbereiche zwischen benachbarten Knotenpunkten anzuordnen. Diese großen Verflechtungsbereiche weisen üblicherweise vier oder mehr Fahrstreifen sowie eine Addition bzw. Subtraktion von einem oder mehreren Fahrstreifen an ihrem Beginn und Ende auf. Nach den früheren Richtlinien können solche Verflechtungsbereiche als Verflechtungsstrecken der vier Typen V 1, V 2, V 3 und V 4 definiert werden, mit denen die Grundformen der Verflechtungsmanöver dargestellt werden können. Für die verkehrstechnische Bemessung solcher Entwurfssituationen stehen im deutschen Regelwerk bislang keine geeigneten Verfahren zur Verfügung.

Projektziel

Ziel des Forschungsvorhabens ist die Erweiterung des Regelwerks für den Entwurf und die verkehrstechnische Bemessung von Autobahnen um Verfahren und Hinweise für die Gestaltung und Bewertung von großen Verflechtungsstrecken zwischen Knotenpunkten.

Methode

Im Rahmen des Projekts werden Verflechtungsstrecken mit unterschiedlichen baulichen und verkehrstechnischen Randbedingungen hinsichtlich des Verkehrsablaufs und der Verkehrssicherheit analysiert sowie die Datengrundlage um nicht oder nicht ausreichend beobachtete Randbedingungen anhand mikroskopischer Verkehrsflusssimulationen erweitert. Darüber hinaus werden die Anwendung des makroskopischen Softwarewerkzeugs „Deutsches FREEVAL“ überprüft sowie die Einsatzbereiche der mikroskopischen Simulation als alternatives Verfahren zur Bewertung von Verflechtungsstrecken analysiert.

Aus den Erkenntnissen zum Verkehrsablauf und zum Unfallgeschehen werden Empfehlungen für den Entwurf, die verkehrstechnische Bemessung sowie die Gestaltung der Wegweisung, Fahrstreifenmarkierung, Verkehrsregelung und ggf. -steuerung von Verflechtungsstrecken zwischen Knotenpunkten auf Autobahnen zur Aufnahme in die RAA, das HBS und die RWBA erarbeitet. Für die Fortschreibung des HBS wird ein analytisches Verfahren für die verkehrstechnische Bemessung von Verflechtungsstrecken erarbeitet. Des Weiteren wird aufgezeigt, innerhalb welcher Einsatzgrenzen das entwickelte analytische Verfahren für Verflechtungsstrecken angewendet werden kann und in welchen Fällen die mikroskopische Verkehrsflusssimulation oder die makroskopische Modellierung mit FREEVAL anzuwenden ist.