Veränderung von Ganglinien- und Dauerlinientypen im deutschen Fernstraßennetz

  • Problembeschreibung
    Die Verkehrsnachfrage im Alltagsverkehr gemessen auf der Grundlage von Mobilitätserhebungen und die Pkw-Nutzung je Pkw stagnieren. Allerdings ergeben sich aus der Auswertung z.B. der Erhebungen zu Fahr-leistungen und Treibstoffverbrauch im Mobilitätspanel und nicht zuletzt aufgrund der wachsenden Pkw-Flotte summarisch Fahrleistungszuwächse von Kraftfahrzeugen. Es ist daher anzunehmen, dass diese Fahrleis-tungszuwächse eher anlässlich von intra-individuell seltenen und empirisch schwerer erfassbaren Fahrter-eignissen im Fernverkehr stattfinden. 

    Eine Differenzierung von Fahrleistungen nach Alltags- und Fernverkehr im Verkehrssystem - also auf den Straßen - fällt ebenfalls schwer, da das deutsche Fernstraßennetz sowohl von Fahrzeugen im Alltagsverkehr (z. B. von Pendlern, gerade in Ballungsräumen), aber eben auch im Fernverkehr sowie vom Güterschwer-verkehr genutzt wird. Dabei ergeben sich im Netz – je nach verkehrlicher Funktion eines Netzabschnitts – an unterschiedlichen Orten unterschiedliche Mischungen von Verkehrsarten und damit auch ein unterschiedli-ches Verkehrsnachfragewachstum.

    Auf Bundesautobahnen (BAB) und außerörtlichen Bundesstraßen werden an automatischen Zählstellen alle Fahrzeuge permanent gezählt. Üblicherweise können dabei Fahrzeugarten unterschieden werden. Diese Daten werden von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zusammengeführt und bereitgestellt. Dabei werden anhand dieser Dauerzählungen Nachfrageprofile erstellt, die den zeitlichen Verlauf der Nachfrage darstellen und bestimmten charakteristischen Nutzungsmustern unterliegen (z.B. bedeuten ausgeprägte Spitzen eine Dominanz des Pendlerverkehrs, eine über den Tag eher gleichmäßigere Nachfrage weist auf eine eher vom Fernverkehr determinierte Nutzung hin).     
    Auf Grundlage dieser Daten ist erkennbar, dass die Fahrleistung auf den eher im Alltag genutzten Bun-destraßen stagniert, im vom Fernverkehr anzunehmenderweise weitaus stärker genutzten BAB-Netz weiter-hin wächst. Diese daraus summarisch ermittelbaren Fahrleistungszuwächse finden aber vermutlich nicht auf allen Netzelementen im BAB-Netz gleichermaßen statt. Hier dürften sich unterschiedliche Entwicklungen ergeben – je nachdem, ob ein Netzelement stärker im Alltagsverkehr, im Fern- und Urlaubsverkehr, für den großräumigen Güterfernverkehr oder auch gemischt genutzt wird.


    Aufgabenstellung
    Das Ziel der Arbeit ist es, auf Grundlage der Daten der Dauerzählstellen der BASt die Dynamik in den sich ggfs. verändernden Nutzungsmustern auf den erfassten Straßen zu identifizieren und zu interpretieren. Auf Grundlage charakteristischer Tages-, Wochen- und Jahresganglinien und den sogenannten „Dauerlinien“ sowie Veränderungen in den Verkehrsstärken („DTV“) werden bestimmte charakteristische zeitliche Muster (insbesondere Ausprägungen von Nachfragespitzen im Tages- , Wochen-  und Jahresgang) bestimmt und daraus Hinweise auf die Art der Nutzung eines Streckenabschnitts abgeleitet.
    Auf Grundlage einer Literaturrecherche ist der Wissensstand und die Methodik der Aufbereitung und Inter-pretation bei der Ganglinientypisierung zusammenzufassen. Darauf aufbauend hat eine Definition geeigneter Indikatoren zu erfolgen, um die Dynamik der Nutzung an den Zählstellen und hinsichtlich einer veränderten Nutzungscharakteristik abzuleiten.

    Unter Nutzung der Daten der BASt sind Daten aus zurückliegenden Jahren zunächst zusammenzustellen. Für solche Messstellen, bei denen Werte und Messungen über die zurückliegenden Jahre vorliegen, ist her-auszuarbeiten, ob und wenn ja welche Veränderungen sich in der Art der Nutzung anhand des Nutzungstyps sich über die Jahre hinweg ergeben haben und welche Veränderungen gehäuft vorkommen. Für diese Zähl-stellen ist zu analysieren, inwieweit sich im Verlauf der zurückliegenden Jahre im Trend (über alle Gangli-nien) Veränderungen der Nutzungsstrukturen ergeben haben. Hierfür ist eine Methode zur Darstellung und für die Analyse sowie summarische Interpretation zu entwickeln.Die identifizierten Änderungen sind zu interpretieren, bestimmte identifizierte Muster zu gruppieren. An-schließend ist abzuleiten, auf welchen Streckentypen und für welche Nutzungscharakteristika eher Wachstum oder eher Stagnation zu beobachten ist. Hierfür sind die einzelne Zählstellen in Bezug auf die relevanten Verkehrsarten auf ihre Veränderungen in den zurückliegenden Jahren hin zu analysieren. Die Ergebnisse sind entsprechend aufzubereiten, zu aggregieren und zu interpretieren.