2007: Metropolregion Rhein-Neckar - Mannheims Blick nach Ludwigshafen

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Nachdem Ludwigshafen, speziell der ehemalige Zollhofhafen, 2006 im Zentrum der Aufgabenstellung des Projekts "Integriertes Planen" stand, lag es nahe, in diesem Jahr auf die andere Seite des Rheins zu springen, um an einem Standort mit ähnlichen Bedingungen dessen innerstädtische Chancen detailliert zu untersuchen und Möglichkeiten für eine künftige Entwicklung aufzuzeigen.

Dass gerade die gegenüberliegende Rheinseite gewählt wurde, erlaubt es, nicht nur eine vergleichbare Problematik aus ganz anderer Perspektive zu betrachten, sondern darüber hinaus unter Umständen auch einen Brückenschlag zu wagen, der die zwar durch eine Landesgrenze getrennten und miteinander konkurrierenden Städte vielleicht im Sinne der Me­tropolregion Rhein-Neckar zu stärkerem nachbarschaftlichen Austausch mit wechselseitigen Vorteilen führt.

Das Stadtgründungsjubiläum 2007 ist ebenso Anlass, über die Stadt Mannheim und ihre Zukunft nachzudenken. Der wirtschaftliche Strukturwandel in Deutschland manifestiert sich in erheblichem Umfang auch in der Metropolregion Rhein-Neckar und gerade in Mannheim. Die klassische Arbeiter- und Industriestadt soll sich zu einem Zentrum für Dienstleistungen wandeln - nicht zuletzt aufgrund ihrer Bildungs- und Forschungseinrichtungen und ihrer zentralen Lage im Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn AG. Trotz dieser Assets kämpft Mannheim jedoch immer noch mit einem schlechten Ruf: dem der Industriestadt. Die Entwicklungsflächen innerhalb des Gebiets der kreisfreien Stadt fehlen.

Das Planungsgebiet kann als typisch für derzeitige planerische Fragestellungen bezeichnet werden. Zum ersten handelt es sich um einen Innenstadtbereich, der aber durch das Wasser aufgrund natürlicher Bedingungen begrenzt ist. Zum anderen sind die dort anzutreffenden Nutzungen in hohem Maß heterogen und mit nur geringem funktionalem Zusammenhang. Obwohl in unmittelbarer Nähe des Zentrums, dominieren nicht zentrale Nutzungen wie Hafen, Lager, Freizeit und Verkehr.