2003: Integriertes Planen im Wilden Westen Karlsruhes

In Mühlburg zwischen Entenfang, Lameyplatz und Rheinhafen endet das Karlsruher Kernstadtgebiet. Der Bruch von kernstädtischen Nutzungen hin zur eher funktional durch Verkehrsanlagen und Gewerbegebiete geprägten Stadtperipherie wird durch die Topographie betont: Während der Entenfang als Zentrum Mühlburgs auf dem Hochgestade liegt, fällt von hier Richtung Westen das Gelände ab. Die topogra­phisch bedingte Bündelung aller nach Westen führender Verkehrsachsen ist in Be­zug auf das Stadtgebiet und die westlich angrenzenden Gebiete eine Barriere.

Das „alte“ dörflich geprägte Mühlburg wurde infolge von Kriegseinwirkungen und Wiederaufbau durch neue Strukturen überlagert. Diese wirken ungeordnet, ungeplant und werden ausschließlich unter funktionalen Gesichtspunkten genutzt. Durch den Übergangscharakter des Gebiets von kernstädtischen zu peripheren Funktionen findet trotz der dominierenden gewerblichen Ausrichtung eine Mischung mit Wohnbebauung und Freizeiteinrichtungen, Brachflächen und Konversionsflächen statt. In alten Industrie- und Verkehrsbauten haben sich heute aufgrund eines statt­findenden Strukturwandels andere Nutzungen etabliert.

Diese ungeordneten Strukturen in Verbindung mit einem hohen Brachflächen- und Verkehrsflächenanteil verlangen nach Visionen:
Für das Gebiet sind Nutzungskonzepte zu entwickeln, welche einerseits der Lage als Tor der Stadt in Richtung Westen und zum Rheinhafengebiet hin, andererseits dem Charakter des Gebiets gerecht werden. Vorhandene Nutzungen sind ggf. zu hinter­fragen. Die Funktionen und Nutzungen der angrenzenden Gebiete sind in ihren regi­onalen und städtischen Kontexten zu berücksichtigen.

Die Verkehrsflächen der Ausgangslage sind notwendig und dementsprechend aus­schließlich funktional gestaltet. In dieser Funktionalität unterstreichen sie den städte­baulichen Bruch in diesem Gebiet. Analyse und Diskussion der verkehrlichen Nut­zungen, Bedeutungen und Qualitäten sind Voraussetzungen für neue Konzepte.

Der bislang für den Rad-und Fußgängerverkehr nicht erkennbare Zugang zum Ha­fengelände und den Freizeiteinrichtungen (Rheinhafenbad, Albradweg, Schiffsanla­gestelle, etc.) verlangt nach einer Verbesserung. Die angesprochene Barrierewirkung wird gegenwärtig zum Teil durch die Straßenkonzeption und -gestaltung verursacht.